THEATERVEREIN KRAKONOŠ (RÜBEZAHL) IN VYSOKE NAD JIZEROU

 

Zum ersten Mal spielte man in Vysoke / Hochstadt Theater im Jahre 1786. Seit dieser Zeit riss die Laienspieltätigkeit nicht ab. Namhafte Historiker haben festgestellt, dass es sich bei diesem Theaterverein Krakonoš (Rübezahl) um den ältesten Laientheaterverein in Mitteleuropa handelt. Gegenwärtig hat der Verein 121 aktive Mitglieder. Das dramaturgische Repertoire der Aufführungen ist sehr breit. Es reicht von Dramen über Lustspiele, aktuelle gesellschaftskritische Inszenierungen bis zu Singspielen. Das Ensemble nimmt regelmäßig an nationalen Wettbewerben und Theaterfestivals teil und erzielt dabei beachtliche Erfolge.

 

Gegenwärtig umfasst das Repertoire fünf Theaterstücke, die auf häufigen Reisen in der Tschechischen Republik mit großem Engagement aufgeführt werden. Das Theaterensemble Krakonoš arbeitet auch mit dem Theaterensemble Sans Lien aus der französischen Normandie zusammen, wo es bereits 24 Vorstellungen gegeben hat. Zusammenarbeit und Qualität der gemeinsamen Inszenierung wurde sehr positiv auf dem internationalen Festival im westfälischen Paderborn bewertet, wohin diese einmalige Inszenierung mit Laienspielern eine Einladung erhielt. Jedes Jahr veranstaltet der Verein den landesweiten Wettbewerb der ländlichen Theaterensembles „Krakonoš Divadelni Podzim“ (Rübezahls Theaterherbst). In 2003 hat bereits der 34. Wettbewerb stattgefunden.

 

Der Theaterverein unterhält auch ein Marionettenensemble, das im Jahre 1924 gegründet wurde und  heute noch spielt. Dieses hat man auch auf Tournee in die französische Normandie eingeladen, wo es mit großem Erfolg das internationale Marionettentheaterfestival in Dives-sur-Mer abschloss.

Die Vereinsmitglieder pflegen auch den Tanz — tschechische Volkstänze und zum Verein gehört auch die Blasmusikkapelle Větrovka [Anm. d. Übers.: Větrov ist der poetische Name für Hochstadt: Windstadt nach dem Roman „Zapadli vlastenci“ (Provinzpatrioten) von K.V. Rais], die regelmäßig - auch in der weiteren Umgebung - auftritt.

 

Der Verein ist eine juristische Person und muss sich das Geld für seine Aktivitäten ganz allein besorgen. Die Stadt Hochstadt hat dem Verein beispielsweise seit 1990 weder mit Geld noch sonst materiell geholfen. So sieht es bei uns hinter den Kulissen aus. Wenn wir am 1. Januar die Tür des eigenen, im Jahre 1925 erbauten Theatergebäudes öffnen, müssen wir 200.000,-- CZK für Heizung und Strom parat zu haben. Die Winter sind bei uns ziemlich hart. Auch das Gebäude braucht dringend Reparaturen ( Fassade, Heizung) . Dafür fehlen bisher die Mittel .

 

Gegenwärtig studiert der Theaterverein das Stück „Reise um die Welt in 80 Tagen“ von Jules Verne für die Feier des 750-jährigen Stadtjubiläums in 2004 ein. Es ist das berühmteste Stück der Hochstädter Laienschauspieler, das zum letzten Mal im Jahre 1926 inszeniert wurde und damals 64 Aufführungen erlebte. Die bühnenbildnerische Seite des Stücks wird allerdings sehr aufwendig sein.

 

(Jan Hejral)